Wieso sie wohl Plexiglas kaufen wollten?

Mein Name ist Doro. Seit zwei Jahren studiere ich Kunst an der Kunsthochschule in Zürich. Das erst Jahr verbrachte ich mit meiner Klasse in einem kleinen Ableger. Unsere Ateliers waren gross, die Gebäude alt. Das gab uns Freiheiten. Auch die Struktur der Ateliers wurden stetig verändert. Mit selbstgebauten Wänden. Sichtflächen, so dass für jede und jeden optimale Arbeitskonditionen herrschen. Nachdem das erste Jahr beendet war, mussten wir während  dem Sommer auf einen Platz verzichten, weil die ganze Hochschule in ein zentrales Gebäude zog. Der Umzug war sowieso schon verspätet und die alten Mietverträge mit Müh und Not verlängert.

 

Nun ist der Sommer vorbei und wir suchen einen neuen Platz. Alles ist so sauber, so clean und glänzend. Überall hängen vorschriften. Und wir fragen uns Wieso mussten sie so viel Plexiglas kaufen? Wollen sie, dass wir mehr miteinander arbeiten, so den Austausch befördern. Oder ist das Plexiglas, das so zahlreich gekauft wurde, dazu da, dass man uns besser beobachten kann? Mike Kelley hat doch in seiner Arbeit, oder in der Erzählung darüber dieses Thema der ständigen Beobachtung thematisiert. Ich glaube aber auch, dass Walt Disney auch effektiv Führungen durch die Kunsthochschule eingeplant hatte. Dies passiert bei uns aber eigentlich auch. Kaufen wir auch noch mehr Plexiglas. Kaufen wir so viel Plexiglas, dass es wieder undurchsichtig wird. Ich bin gegen das gegenseitige Beobachten, gegen den Wettbewerb, den es auslösen kann. Ich bin für faire Auseinandersetzungen mit den eigenen Gedanken, Gedanken grosser Denker und den Gedanken meiner Mitstudierenden. Wo finde ich da drin die Autorschaft, das Urheberrecht? Wie sieht das mit dem Geld später aus? Und komme ich gerade auf diese Fragen aufgrund der Wahl des Materials? Oder will ich ganz nach Open Source agieren, den Versprechen des frühen Internets nachgehen? Oh Plexiglas, ich kaufe noch mehr.

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